Digitale Zeiterfassung trifft Lohnabrechnung

14. Januar 2026
5 Min Lesezeit

Warum die Schnittstelle so wichtig ist

Arbeitszeiten, Abwesenheiten, Zuschläge, Feiertage, Krankmeldungen. All das sind Informationen, die dokumentiert und entgeltwirksam verarbeitet werden müssen.

Wenn diese Daten manuell übertragen oder doppelt gepflegt werden, entstehen:

Übertragungsfehler
Rückfragen in der Abrechnung
Unklarheiten bei Prüfungen
Medienbrüche, Verzögerungen und Mehraufwand

Eine automatische, geprüfte Schnittstelle zwischen Zeiterfassungssystem und Lohnabrechnung spart Zeit, schafft Transparenz, Effizienz und Compliance.

Was eine Schnittstelle leisten kann

Automatisierte Übergabe von:

Arbeitszeitwerten: Soll/Ist-Zeiten, Mehrarbeit, Gleitzeit
Abwesenheiten: Krankheit, Urlaub, Sonderurlaub, Mutterschutz, Pflegezeit etc.
Zuschlagszeiten: z. B. Nacht, Feiertag, Schichtzulage
Kontenständen: Resturlaub, Zeitkonten, Überstunden
Entgeltrelevanten Buchungen: z. B. Rufbereitschaft, Dienstreise, Arbeitsbereitschaft

Vorteile einer gut integrierten Lösung

Weniger manuelle Nacharbeit - Keine händischen Listen, kein Copy-Paste aus Tabellen
Fehlerreduktion durch automatische Übergabe - Systemlogik prüft auf Lücken, Überschneidungen und Plausibilität
Transparenz für HR, Führung und Mitarbeitende - Zeitsalden, Zuschläge und Kontenstände jederzeit einsehbar
Schneller Monatsabschluss - Kein Rückstau in der Personalabteilung am Monatsende
Rechtssicherheit & Nachvollziehbarkeit - Prüfer und Aufsichtsbehörden (z. B. Rentenversicherung, Zoll) erhalten konsistente Informationen

Typische Herausforderungen in der Praxis

Medienbrüche - Excel-Listen, manuelle Notizen, E-Mails. Sie erschweren eine automatische Übergabe und bergen Fehlerquellen.
Uneinheitliche Zeitmodelle - Tarifverträge, Schichtmodelle, Gleitzeitregelungen. Komplexe Modelle müssen korrekt hinterlegt und ausgewertet werden.
Abweichende Systemlogiken - Das Zeiterfassungssystem rechnet in Tageswerten, das Lohnsystem braucht Stundenbruchteile. Ohne Mapping entstehen Differenzen.
Datenschutz und Rollenklärung - Nicht jede Führungskraft darf Einblick in abrechnungsrelevante Daten haben. Rollenkonzepte müssen abgestimmt sein.

Gesetzliche Grundlagen & Prüfpflichten

Die digitale Zeiterfassung wird durch das EuGH-Urteil von 2019 und das BAG-Urteil von 2022 faktisch zur Pflicht für Arbeitgeber – systematisch, nachvollziehbar und manipulationssicher. Künftig wird auch eine gesetzliche Regelung zur Arbeitszeiterfassung in Deutschland erwartet. Für die Lohnabrechnung gelten zudem:

§ 108 GewO: Pflicht zur Abrechnung in Textform
§ 41 EStG, § 28f SGB IV: Pflichten zur Datenübermittlung

DSGVO und BDSG: Schutz personenbezogener Abrechnungs- und Zeitdaten

Fazit

Eine digitale Zeiterfassung ohne direkte Anbindung an die Entgeltabrechnung bleibt eine Insellösung. Die durchgängige Integration sorgt für Effizienz, Rechtssicherheit und belastbare Daten. Organisationen, die auf geprüfte Schnittstellen setzen, vermeiden Fehler, beschleunigen Abläufe und schaffen mehr Transparenz für alle Beteiligten.