Minijob-Grenze 2026

Tanja R. Böhm
10. April 2026
8 Min Lesezeit

Neue Verdienstgrenze und Arbeitszeiten im Überblick

Was Unternehmen jetzt bei geringfügiger Beschäftigung beachten sollten

Zum 1. Januar 2026 ist eine wichtige Änderung für geringfügige Beschäftigungen in Kraft getreten.

Durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns steigt automatisch auch die Minijob-Grenze.

Für Unternehmen im Bereich HR, Personalmanagement und Lohnabrechnung bedeutet das: Arbeitszeiten, Verdienstgrenzen und Beschäftigungsmodelle müssen noch genauer geplant und dokumentiert werden.

Neue Minijob-Grenze 2026

Seit 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde.

Da die Minijob-Grenze direkt an den Mindestlohn gekoppelt ist, erhöht sich auch die maximale monatliche Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte.

Sie beträgt nun:
603 Euro pro Monat

(2025: 556 Euro)


Die Berechnung basiert auf einem festen Prinzip:

Die Grenze orientiert sich an einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von etwa zehn Stunden zum Mindestlohn.


Das bedeutet:

Steigt der Mindestlohn, steigt automatisch auch die Verdienstgrenze für Minijobs.

Arbeitszeit im Minijob 2026: Wie viele Stunden sind erlaubt

Die neue Verdienstgrenze wirkt sich direkt auf die maximale Arbeitszeit aus. Bei einem Mindestlohn von 13,90 Euro ergibt sich folgende Berechnung:

Minijob-Grenze ÷ Mindestlohn = maximale Arbeitszeit

603 Euro ÷ 13,90 Euro ≈ 43 Stunden pro Monat

Das entspricht etwa 10 Stunden pro Woche.


Wichtiger Hinweis für Arbeitgeber!

Wird ein höherer Stundenlohn gezahlt, reduziert sich automatisch die zulässige Arbeitszeit.

Beispiel:
Ein Stundenlohn von 15 Euro führt zu einer geringeren maximalen Monatsarbeitszeit, damit die 603-Euro-Grenze nicht überschritten wird.

Minijob oder Midijob: Wo liegt die Grenze

Die Grenze zwischen Minijob und Midijob ist klar definiert:

Minijob: bis 603 Euro monatlich
Midijob: ab 603,01 Euro monatlich

Bereits kleine Überschreitungen können dazu führen, dass ein Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungspflichtig wird.

Für Unternehmen entstehen dadurch direkte Auswirkungen auf:

Lohnabrechnung
Sozialversicherungsbeiträge
Vertragsgestaltung

Auswirkungen der neuen Geringfügigkeitsgrenze für Arbeitgeber

Die dynamische Anpassung der Minijob-Grenze sorgt für mehr Flexibilität, erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen im Personalmanagement.

Unternehmen müssen insbesondere folgende Punkte beachten:

Arbeitszeiten kontinuierlich überwachen
Verdienstgrenzen exakt einhalten
Schwankende Einsatzzeiten sauber dokumentieren
Arbeitsverträge regelmäßig prüfen und anpassen
Risiken bei Überschreitung frühzeitig erkennen

Gerade bei flexiblen Arbeitszeitmodellen oder kurzfristigen Einsätzen steigt die Komplexität deutlich.

Digitale Zeiterfassung im Minijob: Warum sie 2026 unverzichtbar wird

Mit der steigenden Dynamik von Arbeitszeiten wird eine präzise Zeiterfassung zu einem zentralen Bestandteil moderner HR-Prozesse.

Typische Herausforderungen im Minijob:

Unregelmäßige Arbeitszeiten
Saisonale Schwankungen
Kurzfristige Einsätze
Unterschiedliche Stundenlöhne

Fazit: Minijob-Grenze 2026 erfordert mehr Transparenz

Die neue Minijob-Grenze von 603 Euro bringt mehr Flexibilität für geringfügige Beschäftigungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Kontrolle und Dokumentation.

Es gilt:
Je individueller Arbeitszeiten gestaltet werden, desto wichtiger wird eine klare Struktur und nachvollziehbare Dokumentation.

Eine systematische Zeiterfassung schafft die notwendige Grundlage, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten und gleichzeitig flexibel zu bleiben. Sie ist eine wichtige Grundlage für digitale rechtssichere Arbeitsprozesse.

Tanja R. Böhm